Das Kloster Dalheim

War ein mittelalterliches Frauenkloster, Augustiner Chorherrenstift, barocke Blütezeit, Preußische Staatsdomäne, Gutshof – Nach 550 Jahren bewegter Vergangenheit tritt Kloster Dalheim in eine neue Epoche seiner Geschichte ein. Ab 2007 beherbergt es ein in Deutschland einzigartiges Museum für klösterliche Kulturgeschichte. Bedeutsame und wertvolle Exponate finden ihren Platz innerhalb der fast vollständig erhaltenen Klosteranlage, die sich bis heute ihre beeindruckende Kraft und Ruhe bewahrt hat. 

Kloster und Siedlung liegen am westlichen Rand des Eggegebirges in einem Seitental der Altenau, umgeben von einer Landschaft, die von weiten Feldern und ausgedehnten Waldgebieten geprägt ist. Bemerkenswert ist die fast vollständige Erhaltung der Anlage. Selten haben wie hier die wesentlichen Bestandteile eines Klosters einschließlich der Wohn- und Wirtschaftsbauten alle Umgestaltungen überdauert.

Archäologische Funde lassen auf eine Besiedlung des Ortes seit dem ersten Jahrhundert v. Chr. schließen. Im Mittelalter besitzt Dalheim offenbar bereits um 800 eine kleine Pfarrkirche. Ein Nachfolger dieses Baus dient dann auch dem Ende des 12. Jahrhunderts gegründeten Augustinerinnen-Konvent als Klosterkirche. Reste der Kirche werden 1990 durch eine Grabung des Westfälischen Museums für Archäologie freigelegt.

Nach dem Niedergang der ersten Ansiedlung und der Auflösung des Frauenklosters erfolgt 1429 eine Wiederbesiedlung durch Augustiner-Chorherren des Klosters Böddeken. 1452 hat Dalheim schließlich wieder den Rang eines selbständigen Klosters. In den folgenden Jahren wird das Kloster vollständig neu gebaut: Westlich der alten Anlage im Tal errichtet man eine neue Kirche und großzügige Konventgebäude. 

Große Teile dieser spätgotischen Kernanlage sind im heutigen Bestand noch erhalten. So gehört die freigelegte Deckenmalerei in der Apsis der Kirche in die Bauzeit um 1470/80, bzw. zu einer zweiten Ausmalung um 1520. Der 30-jährige Krieg (1618-1648) schädigt auch den zuvor wohlhabenden Dalheimer Konvent wirtschaftlich schwer.

Nach mühevollen Aufbauarbeiten erlebt das Kloster im Barock seine größte Blüte. Vor allem Barthold Schonlau, seit 1708 Prior, betreibt den Ausbau Dalheims und formt eine beeindruckende Gesamtanlage. Er rühmt sich in den 23 Jahren seiner Amtszeit ebenso viele Gebäude errichtet zu haben. Diese Phase, in der der repräsentative Ehrenhof, die großzügigen Wirtschaftsbauten und die umfangreichen Gartenanlagen enstehen, prägt bis heute maßgeblich das Erscheinungsbild Dalheims.  

Im Zuge der Säkularisation wird das Kloster 1803 aufgehoben und als Staatsdomäne verpachtet. In Kirche und Kreuzgang werden Stallungen eingerichtet. Hier steht fortan das Vieh oder lagern Stroh und Korn. Bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wird Kloster Dalheim auch weiterhin als landwirtschaftlicher Betrieb genutzt. Davon zeugen noch heute die baulichen Veränderungen, die in der Domänenzeit vorgenommen worden sind.

Seit dem Kauf der Anlage im Jahre 1979 durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) werden umfangreiche Mittel zur Sicherung des Bestandes, für einen teilweisen Rückbau und die sorgsame Umgestaltung zu einem modernen Museum aufgebracht. 2003 fällt die Entscheidung zur Einrichtung des Dalheimer Landesmuseums für Klosterkultur durch den LWL, 2005 wird der Grundstein gelegt, im Frühjahr 2007 der erste Bauabschnitt übergeben und das LWL-Landesmuseum für Klosterkultur eröffnet.

2008 startet ein zweiter Bauabschnitt, der die historischen monastischen Funktionsräume wie z.B. Kreuzgangsgeviert, Kapitelsaal und Refektorium wiederherstellt und über 2.000 zusätzliche Quadratmeter hochmoderner Ausstellungsfläche erschließt.